Kinder Werk Stadt e.V.

KINDERLADEN

Willkommen in der Fichtestraße 19a

Der Kinder Werk Stadt e.V. ist ein Elterninitiativ- Kinderladen in Kreuzberg mit 17 Kindern ab 2 Jahren. Auf unserer Website erfahrt ihr alles über unsere Angebote und Aktivitäten für die Kinder, unseren pädagogischen Ansatz und die Zusammenarbeit zwischen Erzieher_innen und Eltern.

Achtung: Für 2024 haben wir noch zwei freie Betreuungsplätze.
Ab Juni bzw. ab August. Gesucht sind insbesondere Kinder, die zwischen Oktober ‘21 und September ‘22 geboren sind.
Kontakt über: bewerbung@kinderwerkstadt.net

Konzept

Wir teilen Maria Montessoris Auffassung, dass Kinder eigenständige, gleichberechtigte und gleichwertige Wesen sind. Das wesentliche Potenzial für die kindliche Entwicklung sieht Montessori im Kind selbst. Wir, als Erzieherinnen, schaffen eine sogenannte „vorbereitete Umgebung“, also Bedingungen, in denen Kinder ihre eigenen Bedürfnisse bewusst erfahren und mit ihnen verantwortungsbewusst umzugehen lernen.

Der Aufbau positiver emotionaler Beziehungen zwischen Erzieher und Kind ist Grundlage jeder Erziehung. Ohne sie wird die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes in jedem Fall misslingen. Machen wir uns die Mühe, Kinder beständig staunend zu be(ob)achten, so erfahren wir, dass sie durchaus unterschiedliche Bedürfnisse artikulieren, diese unterschiedlich bearbeiten und als Interessen oder gar Ansprüche auf sehr verschiedene Art ausdrücken. Sie tun dies in Ausdrucksformen, die wir nicht ohne weiteres verstehen. Kinder leisten dabei Deutungs- und Konfliktlösungsarbeit, die der erwachsenen Art und Weise, mit dem Leben umzugehen, oft sehr fremd ist. Nur im suchenden Dialog mit Kindern wird für uns sichtbar, dass und wie sie sich in ihrer Umgebung orientieren und darin entwickeln. Diese Form des Beachtens als Suchen, Staunen, Nachdenken ist grundlegend für jeden Akt der Kommunikation. Kinder sprechen über sich selbst, in ihren Sprachen, ihren Worte, ihren Bildern, ihren Handlungen und in ihren Produkten, die sie schaffen. In Dokumentationen kann verstehbar werden, was sie an einer Sache interessiert, wie sie aktiv werden und was sie tun, um eine Antwort auf ihre Fragen zu finden. Dabei entwickeln und äußern sie Ansichten über sich und ihre Beziehung zur Welt. Maria Montessori benutzt ihr „Konzept einer Erziehung des Intellekts“, indem sie sich auf die Schulung der Sinne konzentriert. Sie geht davon aus, dass das Kind von Natur aus lernen und sich weiter entwickeln möchte. Der Erwachsene kann helfen, das Kind in bestmöglicher Weise dabei zu unterstützen, ohne es dabei zu bevormunden oder zu zwingen. Durch die altersgemäßen Entfaltungsmöglichkeiten seiner Motorik und seiner Sinneswahrnehmung setzt das Kind selbstständig seine inneren Entwicklungskräfte frei, um letztendlich unabhängig von dem Erwachsenen zu werden. Maria Montessori entwickelte hierfür spezielle Materialien, um dem Kind einen „Schlüssel zur Welt“ zu geben, mit dem es seine chaotischen oder unverarbeiteten Eindrücke ordnet, strukturiert und verstehen lernt.

Ein Leitwort der Montessori-Pädagogik lautet: „Warte und beobachte“. Hierin wird unsere Rolle als Erzieherinnen deutlich: wir beobachten, dokumentieren und reflektieren, um einschätzen zu können, wann es sinnvoll ist, dem Kind zu helfen und wann es unangebracht wäre einzuschreiten.

Mehr zu unseren Angeboten und Aktivitäten findet ihr im Konzept, das ihr euch hier herunterladen könnt.

Konzept runterladen

Team

Team

Unser Team besteht seit 2013 aus zwei Erzieherinnen und einem Erzieher. Unsere Wochenarbeitszeit summiert sich insgesamt auf 85 Stunden und verteilt sich pro Person auf 30 und 25 Wochenarbeitsstunden. Unsere Köchin ergänzt unser Team und ist täglich knapp vier Stunden bei uns. Zwei Personen teilen sich derzeit Leitungsaufgaben (Gestaltung der pädagogischen Aufgaben, Elternarbeit, Fortbildungen, Kooperationen, Teil der Öffentlichkeitsarbeit, Absprachen Vorstand, Anschaffungen, etc.). Unser Team lebt vom offenen Umgang miteinander. In Kombination mit Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Tatkräftigkeit und Flexibilität pflegen wir eine gesunde Teamkultur.
In unserer Teamarbeit ergänzen wir uns durch individuelle Stärken, Schwerpunkte und Neigungen, die wir im Alltag und in besonderen Angeboten einbringen (Tanz, Bewegung, künstlerisches oder handwerkliches Gestalten, Spontanität, Organisation, etc.). Sich Ergänzen heißt für uns auch, dass wir insgesamt immer an einem Strang ziehen.

Teamkultur

Jeden Montagnachmittag treffen wir Erzieherinnen uns meist zu zweit ab 16 Uhr im Kinderladen zur „kleinen Team-Sitzung“. Wir besprechen die Gestaltung der kommenden Woche und reflektieren die vergangenen Tage. Wir klären Organisatorisches und sammeln Ideen für alles, was in der nächsten Zeit ansteht. Außerdem tauschen wir uns darüber aus, wie es uns persönlich bei unserer Arbeit ergeht, wie wir uns gegenseitig besser unterstützen können und inwiefern wir unser Miteinander als Team verbessern möchten. Die Vor- und Nachbereitung von Elterngesprächen und die Auswertung von Beobachtungen gehören ebenfalls zu den Aufgaben dieses kleinen, unverzichtbaren Gremiums. Wir protokollieren alle Treffen im „Team-Buch“. So stehen die erarbeiteten Inhalte und Fragen auch aktuell nicht anwesenden Mitarbeitern zur Verfügung, welche trotzdem feste Größen in unserem Team sind und dazu beitragen, dass unsere Strukturen erhalten bleiben und neue Strukturen entstehen können.

Großteam

Bei unseren monatlichen „Groß-Team-Sitzungen“ sind nach Möglichkeit alle Menschen anwesend, die den Kinderladen, jeder auf seine Weise, verlässlich begleiten. Das heißt: Wir Erzieherinnen, die Vorstandsmitglieder, nach Relevanz auch unsere Teilzeitfachkraft oder unsere Köchin. Nur durch diese großen Teamsitzungen können wir gewährleisten, dass alle organisatorischen und inhaltlich-pädagogischen Belange des Ladens von allen Beteiligten gemeinsam getragen werden. Die „Groß-Team-Sitzungen“ bieten den geeigneten Rahmen, um diese Anliegen zu besprechen und gegebenenfalls gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Zwei Vorstände aus der Elternschaft vertreten die Anliegen des Trägers. In ihren Doppelrollen als Vorstandsmitglieder und Elternteile von Kinder Werk Stadt-Kindern sind sie stark daran interessiert, den Kinderladen in seinem gesamten Entwicklungsprozess zu stärken und zu fördern. Gemeinsam stimmen wir Zielvereinbarungen für den nächsten Monat ab. Unsere Teamkultur ist geprägt durch flache Hierarchien, hohe Einsatzbereitschaft, regen Austausch, viel Raum für gemeinsame Reflexion und transparente Prozesse.

Ein Tag

Ein typischer Tag im Kinderladen
(wenn wir nicht turnen, Musik machen oder in der Kinder-Kunstwerkstatt sind)

08:00 Uhr
Öffnung des Kinderladens

08:30 Uhr
Frühstück

10:00 Uhr
Weitere Kinder sind angekommen

10:30 Uhr
Wir gehen wir oft nach draußen: in die Hasenheide, auf einen der Spielplätze in der Umgebung oder gegenüber in den Hasenbau
In der Zeit bereitet unsere nette Köchin das Essen zu – übrigens immer Bio und vegetarisch

12:00 Uhr
Wir essen – im Sommer auch später, wenn wir länger draußen sind
Nach dem Zähneputzen legen die Kleineren sich zum Mittagsschlaf hin, die Größeren beschäftigen sich mit etwas Ruhigem selbst

13:15 Uhr
Erste Abholzeit

14:00 Uhr
Wir spielen oft im Kinderladen oder gehen nochmal raus, wenn wir das morgens noch nicht getan haben. Die Kinder können sich nun verschiedenen Angeboten anschließen: Experimente, Basteln oder Sprachlerntagebuch.

15:00 Uhr
Kleines Vesper

Der Kinderladentag neigt sich nun langsam dem Ende entgegen: Viele Kinder werden zwischen 15:30 und 16:00 Uhr abgeholt und die Eltern tauschen sich häufig noch aus. Unsere Betreuungszeiten durch Erzieher*innen sind von 8:00-16:00, Freitags bis 15:00, weitere Betreuung ist durch Elterndienst möglich.

Eltern

Einbindung in die Arbeit mit ihren Kindern

Wir gestalten unsere Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell und dem Berliner Bildungsprogramm. Die Eingewöhnung ist für viele Familien ein sehr besonderes Ereignis und stellt einen neuen Lebensabschnitt dar. Wir legen großen Wert auf eine langsame und sensible Eingewöhnung, in der die Hilfe, Unterstützung und Geduld der Bezugsperson von großer 23 Bedeutung für ihr Gelingen ist. Grundsätzlich gilt, dass die Eingewöhnungszeit vom eigenen Tempo des Kindes bestimmt wird. Je nach Temperament, bisheriger Bindungserfahrung und dem individuellen Verhalten des Kindes, kann eine Eingewöhnung ein bis drei Wochen dauern. Hilfreich für die Eingewöhnung ist ein Vorgespräch, in dem sich die Bezugspersonen mit der Bezugserzieherin zusammensetzen und ein Informationsgespräch darüber stattfindet, wie der Ablauf der Eingewöhnungszeit von Satten geht und wie eure Rolle dabei aussehen kann.

Ihr informiert uns über Vorlieben und Eigenheiten Eures Kindes, wie z.B. bevorzugte Spielmaterialien, Essgewohnheiten, wichtige Wörter und Kommunikationswege, die uns dabei helfen euer Kind zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Ziel der Eingewöhnung ist es, dem Kind die Zeit zu geben, eine tragfähige Beziehung zu seiner Bezugserzieherin aufzubauen, die es ihm dann ermöglicht mit einer gewissen Sicherheit diesen neuen Lebensabschnitt zu meistern. Eine gelungene Eingewöhnung fördert das Kennenlernen und sich Wohlfühlen des Kindes in einer neuen Umgebung mit all ihren Regeln, Abläufen, Ritualen und Menschen. Für die Eltern (oder Bezugspersonen) ist die Eingewöhnungszeit eine besondere Form des Einblicks in den Kinderladen. Sie bildet zudem eine gute Grundlage für die weitere Erziehungs-und Bildungspartnerschaft.

Entwicklungsgespräche sind individuelle Gespräche, in denen wir uns mit euch über die Entwicklung des Kindes austauschen. Die Gespräche finden regelmäßig – momentan einmal pro Jahr – mit jedem Elternpaar statt, basieren auf Beobachtungen, die ihr und wir vom Kind machen und dienen der gemeinsamen Abstimmung bei der Begleitung der kindlichen Entwicklung.

Es gibt viele verschiedene Entwicklungsbereiche, die angesprochen werden können – hier einige Beispiele: Kognitive Entwicklung (Sprache, Denken, Konzentration, Gedächtnis), psychoemotionale und soziale Entwicklung (Persönlichkeit, Bindung, Sozialverhalten, moralische Urteile, Regelverständnis, Geschlechtsrolle, Ich-Konzept, Motivation, Emotion ), Entwicklung der Grob- und Feinmotorik, Lernen (Interessen, individuelle Wege der Wissensaneignung, bevorzugte Spiele und Vorlieben), die Entwicklung der Psychomotorik und der Wahrnehmung ( Körpergefühl, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten), allgemeine Entwicklungen (Schlaf-Wachrhythmus, Reflexe, Kontrolle der Körperfunktionen, usw.).

Elternabende finden ca. alle drei Monate statt. Auf den Elternabenden werden sowohl organisatorische Dinge als auch pädagogische Themen besprochen. Wir berichten aus dem Alltagsgeschehen, reden über Themen, die die Kinder gerade beschäftigen, über Gruppendynamiken, über Projekte und vieles mehr. Wir teilen euch Termine mit, planen Feste und die Kinderladenreisen und was eben alles so ansteht.

Auf Elternabenden habt aber auch ihr die Möglichkeit über eure Anliegen, Wünsche und Sorgen zu sprechen und euch mit Allen darüber auszutauschen, sofern dies in diesem Rahmen gewünscht ist. Wenn bestimmte Themen unsere Kompetenzbereiche überschreiten, laden wir gerne auch einmal externe Referenten zum Elternabend ein.

P.S.: Die Eltern der Jungs bringen Knabbereien, die der Mädchen Getränke mit.

Elternmitarbeit wird bei uns GROSS geschrieben. Schon die Tatsache, dass wir ein Elterninitiative-Kinderladen sind, macht deutlich, dass Eltern in bestimmten Bereichen Mitspracherechte und Pflichten haben und sich im Kinderladen einbringen dürfen – und sollen. Ohne die tatkräftige Unterstützung und das Engagement der Eltern wäre die Kinder Werk Stadt nicht das, was sie ist.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Eltern schafft eine besondere Atmosphäre des Miteinanders, von der eure Kinder sehr profitieren. Sie erleben, wie sich die Eltern für eine Gemeinschaft einsetzen und somit ihren Lernbereich mitgestalten und daran teilhaben. Konkret äußert sich das in den Elternämtern: Jedes Elternteil übernimmt ein Amt wie z.B. das Besorgungsamt, die Spielzeugreparatur, das Geschenkeamt oder das Listenamt.

Außerdem gibt es ab und zu Elterndienste. Das heißt, ihr springt ein, wenn bei uns Personalnot herrscht. Dann kocht ihr euren Kindern und uns ein leckeres Mittagessen oder begleitet uns im Tagesgeschehen, auf Ausflügen oder übernehmt mal die Nachmittagsbetreuung. Ihr unterstützt uns bei Projekten, habt selbst Projektideen und bietet euer Können und Wissen an oder ihr helft uns bei der Vorbereitung von Festen und anderen Events.

Und: Alle Eltern haben regelmäßig Putzdienst. Wenn ihr mal nicht könnt, kümmert ihr euch um einen Ersatz.

Geschichte

Unsere Entwicklung seit der Gründung 2009

Lucia Wendt und Nicole von Blume, zwei befreundete Mütter, übernahmen die Vereinsarbeit im Herbst 2009 und planten für ihre eigenen Kinder die Neugründung eines Kinderladens. Unter Nutzung der Strukturen, Ressourcen und Einrichtungsgegenständen der Kinder Werk Stadt e. V. gelang es ihnen, gemeinsam mit ihren Ehemännern, den jetzigen Kinderladen in der Fichtestraße aufzubauen. Ein Kinderladen ist eine selbstverwaltete Kindertageseinrichtung, die meistens von freien Trägervereinen finanziert werden. Oft werden ehemalige Ladenräume genutzt, deshalb die Bezeichnung Kinderladen.

Nach einem Jahr Gewerbesuche, Konzeptentwicklung, Ämterabsprachen, Umbau und Renovierung, Einrichtung der Räume sowie Personal- und Kindersuche eröffnete im August 2010 die „Kinder Werk Stadt e.V.“ neu – mit 15 Kindern ab zwei Jahren. Bereits vor der Eröffnung hatte sich die schon festgelegte Gruppe an Kindern und Familien einmal wöchentlich in einem Bewegungsraum zum Spielen und Kennenlernen getroffen. Zur Freude aller Beteiligten entschied sich Nina Bösel wieder als Erzieherin im Verein anzufangen. Von Beginn an ist sie wesentlich am Aufbau beteiligt gewesen und übernahm zunächst alleine die pädagogische Leitung. 2011/ 2012 kamen ein zweiter Erzieher und eine dritte Erzieherin, sowie eine Köchin dazu. Im Sommer 2012 traten die Gründerinnen aus dem Vorstand zurück.

Seitdem sind wir eine Elterninitiative, in der alle Elternteile (und Erzieher) im Verein Mitglied und durch Abstimmungsprozesse an allen strukturellen Veränderungen des Ladens beteiligt sind und immer drei Eltern für ca. ein Jahr die Vorstandsarbeit übernehmen. Eine Erzieherin stellt als Schriftführerin das vierte Vorstandsmitglied. Zu unserer großen Freude haben die ersten Eltern nach der Umstrukturierung ihre Aufgaben als Vorstand souverän gemeistert und den Kinderladen als gut laufende Elterninitiative an die nächsten Vorstände übergeben.

Wir schauen auf aufregende, arbeitsintensive und wegweisende Gründungsjahre zurück und blicken mit großer Freude auf sicher tolle und bunte weitere Kinderladenjahre!


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Kontakt

Wir freuen uns auf eure Nachricht

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